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„Schiffs Interpretationen zeichnen sich durch souveräne technische Kontrolle in Verbindung mit einem denkbar tiefen Verständnis des Beethovenschen Stils aus“, schrieb Barry Millington im Evening Standard über das siebte Londoner Recital im Rahmen von András Schiffs Zyklus sämtlicher Beethoven-Sonaten. Spätestens mit diesem ohne Pause aufgeführten Programm – neben den Sonaten opp. 90 und 101 enthielt es auch die Hammerklavier-Sonate op. 106 – ist belegt, dass die hohen Erwartungen der internationalen Presse an diese Gesamtdarstellung berechtigt waren. Sowohl Peter Hagmann in der Neuen Zürcher Zeitung als auch Helmut Mauró in der Süddeutschen Zeitung priesen in ihren Besprechungen der Konzerte im Mai 2006 die überlegene Realisierung der gefürchteten Schlussfuge der Hammerklavier-Sonate und unterstrichen noch einmal jene Detailgenauigkeit der Textlektüre, die schon in den Besprechungen der ersten beiden CD-Veröffentlichungen bei ECM New Series immer wieder hervorgehoben wurde.

Während der Zyklus in den Konzertsälen Europas seinem Abschluss entgegenstrebt – im November beginnt Schiff die Tournee mit den drei letzten Sonaten opp. 109 - 111 – sind auf CD nun die Werke aus den Jahren 1796 bis 1800 erreicht. Was Michael Church im Independent über Volume II bemerkte, gilt für die nachfolgende Ausgabe nicht minder: „Dies sind frühe Stücke, doch Schiff zeigt, dass es sich um voll ausgereifte Meisterwerke handelt: Ihre Konturen sind geschärft, ihre emotionalen Tiefen ergründet, sodass jedes von ihnen zu einem musikalischen Drama wird.“

Das Konzept, die Sonaten nach der Chronologie ihrer Entstehung aufzuführen, erweist sich in diesem dritten Programm als besonders aufschlussreich, sind doch die beiden Sonaten op. 49 schon in den Jahren 1795 - 97 entstanden, weswegen sie den Stücken op. 14 vorausgehen. „Meine Entscheidung soll dem Zuhörer den ungeheuren Prozesscharakter des Sonatenwerks vergegenwärtigen“, sagt András Schiff im Interview mit Martin Meyer, das im Beiheft der vorliegenden CD abgedruckt ist. „Es ist auch für mich selber spannend, diesen Schaffensbogen so nachzugestalten, als wäre er wie zum ersten Mal zu überblicken und ihn in eine große Erzählung zu bringen.“

Charakteristisch auch, dass Schiff die Sonaten vor Publikum aufnimmt. „Ich bin der Überzeugung, dass lebendiges Musizieren nur live stattfinden kann“, hat Schiff jüngst gegenüber dem Schweizer Magazin Musik und Theater erklärt. „Ich teile absolut nicht die Meinung Glenn Goulds, dass es überflüssig sei Konzerte zu geben, dass die Arbeit im Tonstudio viel wichtiger sei. Im Gegenteil, nur für diesen Moment, wo Musik erklingend stattfindet, lebt man als Künstler.“ Schiff spielt jedes der Programme in 15 verschiedenen Städten, bevor er es in Zürich aufnimmt. „Ich merke, dass mein Spiel von Mal zu Mal reifer wird. Die Wiederholung ist eine große Lektion.“

Der Zyklus wird im Frühjahr 2007 mit Volume IV (Sonaten opp. 26, 27 und 28) fortgesetzt.

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