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September 11 , 2008

ECM Festival Frankfurt/Main: Spuren 1 - Musik und Film

17.-19. September 2008
Alte Oper Frankfurt

„Musik und Film“ lautet das Motto des ECM-Festivals „Spuren“, das vom 17. bis 19. September 2008 in der Alten Oper Frankfurt stattfindet. Geboten wird ein einzigartiger Überblick über einen der wichtigsten Aspekte der Labelästhetik. Die drei Konzerte, bei denen unter anderen Kim Kashkashian, Jan Garbarek, Eleni Karaindrou, François Couturier, Anja Lechner und Stefano Battaglia zu hören sind, präsentieren musikalische Projekte im Grenzbereich zwischen Komposition und Improvisation. Alle sind sie in geistiger Auseinandersetzung mit dem Schaffen großer Filmkünstler entstanden – Andrey Tarkowsky, Pier Paolo Pasolini und Theo Angelopoulos. Vorführungen ausgewählter Werke der drei Regisseure im Deutschen Filmmuseum runden das Festivalangebot ab.

Tickets unter Tel. 069 / 13 40 400 und an allen bekannten Vorverkaufsstellen; www.alteoper.de

Die synästhetische Verbindung mit anderen Kunstsparten ist eine der zentralen Achsen im ECM-Katalog. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Film zu. Den wechselseitigen Anregungen hier im Detail nachzuspüren, „ergibt insofern Sinn, als keine andere Jazzmarke der Welt in den Köpfen ihrer Hörer einen solchen Reichtum an Bildern, an szenischen Assoziationen erzeugt“, schrieb Ulrich Olshausen unlängst in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. „In den Produktionen, die sich direkt auf Filme beziehen, scheint die Musik die Phantasie geradezu als ‚Handlung’ zu bedrängen.“ Keines der hier vorgestellten Projekte ist schlichte musikalische „Begleitung“ des Visuellen. Im Gegenteil: Immer gehen die Anregungen von filmischen Tiefenschichten aus, von Stimmungen und Atmosphären, von den technischen Verfahrensweisen und strukturellen Besonderheiten der Cineasten.

ECM Festival Frankfurt/Main
SPUREN 1
Musik und Film

Grosser Saal

Do. 18.9. • 20 Uhr
ELENI KARAINDROU
»Music for Films/Theo Angelopoulos«
Eleni Karaindrou: Piano
Kim Kashkashian: Viola
Jan Garbarek: Saxophon
Camerata Orchestra Athen
Alexandros Myrat: Leitung

Konzerteinführung um 19.00 Uhr im Grossen Saal.
19,- 28,- 37,- 49,-

Mozart Saal

Mi. 17.9. • 20 Uhr
FRANÇOIS COUTURIER
»Nostalghia– Song for Tarkovsky«
Musik, inspiriert von den Filmen Andrei Tarkovskys
François Couturier: Piano
Anja Lechner: Violoncello
Jean-Marc Larché: Sopransaxophon
Jean-Louis Matinier: Akkordeon

Konzerteinführung um 19.00 Uhr im Mozart Saal.
28,- 32,-

Fr.19.9.•20 Uhr
STEFANO BATTAGLIA »RE: PASOLINI«
Leben und Werk Pier Paolo Pasolinis,
musikalisch interpretiert
Stefano Battaglia: Piano
Michael Gassmann: Trompete
Mirco Mariottini: Klarinetten
Aya Shimura: Violoncello
Salvatore Maiore: Kontrabass
Roberto Dani: Schlagzeug

Konzerteinführung um 19.00 Uhr im Mozart Saal.
28,- 32,-

BEGLEITVERANSTALTUNGEN IM DEUTSCHEN FILMMUSEUM:

Mo 15.9.–So 28.9.
FILMVORFÜHRUNGEN

ANDREI TARKOVSKY
DIE STRASSENWALZE UND DIE GEIGE
STALKER
OPFER

THEO ANGELOPOULOS
DER BIENENZÜCHTER
LANDSCHAFT IM NEBEL
DIE EWIGKEIT UND EIN TAG

PIER PAOLO PASOLINI
IL VANGELO SECONDO MATTEO
EDIPO RE
TEOREMA

Informationen und Tickets unter: 069/961 220 220 www.deutschesfilmmuseum.de

Vier Jahre lang hat sich der 1965 in Mailand geborene Pianist und Komponist Stefano Battaglia mit Leben und Schaffen seines Landsmanns Pier Paolo Pasolini auseinandergesetzt. Dabei ist eine umfangreiche Suite für großes Ensemble entstanden. „Was die Herausforderung einer musikalischen Interpretation Pasolinis für mich so unabweisbar machte, war das Erlebnis seiner ‚unitas multiplex’, der Einheit in der Vielfalt, die Diametrales miteinander verbindet. Nicht nur akademische und volkstümliche Kultur oder das Sakrale und Profane, sondern auch politische, ethische und religiöse Fragestellungen“, sagt Battaglia. Entsprechend facettenreich ist „Re: Pasolini“ angelegt. Stefan Hentz schrieb in der Neuen Zürcher Zeitung: „In einem klar konturierten Rahmen entschieden auf das emotionale Potenzial von Melodie und fragiler Harmonie setzend, spielt Battaglia mit überlieferten Formen, mit alten Melodielinien, folkloristischen Klängen, um sie in den subtilen Improvisationsprozessen neu aufzurauen und neu zu platzieren.“ Assoziativ nähern sich die liedhaften Kompositionen den Gestalten aus Pasolinis Filmen und Personen aus seiner persönlichen Umgebung, sie spüren dem ländlichen Milieu seiner Kindheit im Friaul nach oder der prekären Schönheit des römischen Armenviertels Pietralata.

Stefano Battaglia: Re: Pasolini (ECM 1998/99)
(http://ecmrecords.com/Catalogue/ECM/1900/1998_99.php?)

Auch François Couturiers „Nostalghia“ bezieht sich nicht auf konkrete Handlungselemente in den Filmen Andrei Tarkovskys. Seine Kompositionen – in denen sich weite Räume für Kollektivimprovisationen öffnen – spüren der dunklen Poesie und fast hypnotischen Langsamkeit des Russen nach: „Ich habe versucht, in jedem Stück einen Gefühlszustand wiederzugeben, der mit dem Werk dieses Regisseurs verbunden ist, und sei es nur die sehr originelle Weise, wie er mit Farbschattierungen spielt.“ Pergolesi und Alfred Schnittke klingen an; neben feinen Resonanzen bieten Couturiers Kompositionen aber auch ungestümen Ausbrüchen Raum. Von einer Musik, Tarkowsky „zu ehren, nicht ihn neu zu interpretieren“, sprach Konrad Heidkamp in der Zeit: „Man darf diese CD weder mit Filmmusik verwechseln, nicht mit jener Klassik aus zweiter Hand, dem Weichgespülten, aus dem sich das ohrgängige Klassikradio so erfolgreich speist, noch mit dem aktuellen Trend zur Musik zum Film... Song for Tarkovsky zeigt etwas ganz anderes: dass Musik und Film sich widersprechen und zugleich Seelenverwandte sind.“ Das ungewöhnlich besetzte Quartett des Franzosen Francois Couturier vereinigt seine Landsleute Jean-Louis Matinier (Akkordeon) und Jean-Marc Larché (Sopransaxofon) mit Anja Lechner, der Cellistin des Rosamunde Streichquartetts, die seit Jahren in unterschiedlichsten Spielarten improvisierter Musik zu Hause ist.

François Couturier: Nostalghia - Song for Tarkovsky (ECM 1979)
(http://ecmrecords.com/Catalogue/ECM/1900/1979.php?)

Die Kompositionen der Griechin Eleni Karaindrou evozieren überwältigende filmische Bilder – vor allem natürlich jene ihres Landsmannes Theo Angelopoulos, für den sie zahlreiche Partituren geschaffen hat. Welches Eigengewicht diese Musik hat, ist auf mehreren ECM-Veröffentlichungen („The Weeping Meadow“, „Ulysses’ Gaze“ etc.) zu hören. In der Leipziger Volkszeitung schrieb Ulrich Steinmetzger 2006: „Diese Musik ist ein sinnliches, fragil-festliches Suchtmittel von höchster Emotionalität, eine wie in Jahresringen gewachsene Hymne, die gerade in solch opulenter Zusammenschau besteht, indem sie ihr Episodisches, auf zeitlose Sequenzen setzendes Prinzip zu großen Gesängen zusammenführt. Und sie ist ein nachhaltiger Beweis, wie weit ans Cineastische gebundene Kompositionen über den konkreten Anlass hinaus wachsen können.“ In Frankfurt bietet sich die einzigartige Gelegenheit, Karaindrous Werke in opulenter Orchesterbesetzung und gleichsam „authentischer“ Interpretation durch die Camerata Athen unter Leitung von Alexandros Myrat zu hören. Die Komponistin selbst spielt die Klavierparts. Kaum weniger vertraut mit dem Werk der Griechin sind die beiden prominenten Solisten Kim Kashkashian und Jan Garbarek: zwei zentrale Musiker des ECM-Katalogs, die wie wenige den kultur- und spartenübergreifenden Geist einer aufgeklärten „Weltmusik“ verkörpern.

Eleni Karaindrou: Music For Films (ECM 1429)
(http://ecmrecords.com/Catalogue/ECM/1400/1429.php?)

Veranstalter: Alte Oper Frankfurt in Kooperation mit
ECM Records und in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Filminstitut - DIF

***

“Music and film” is the subject of the ECM Festival “Spuren” (tracks, traces) at the Alte Oper in Frankfurt from September 17 to 19, offering a unique overview of one of the defining aspects of the label’s aesthetics. The three concerts – featuring, amongst others, Jan Garbarek, Kim Kashkashian, Eleni Karaindrou, François Couturier, Anja Lechner and Stefano Battaglia - explore the borderlands of composition and improvisation and reflect upon the creativity of three great filmmakers: Andrei Tarkovsky, Pier Paolo Pasolini and Theo Angelopoulos. Films by each of these directors are, furthermore, shown at the Deutsches Filmmuseum throughout the festival.

Tickets: 069/13 40 400; www.alteoper.de

The synaesthetic connection with other art forms is one of the central axes of the ECM catalog. Film has had a particularly important role. “No other jazz label in the world supplies listeners with such a rich range of associative images,” wrote Ulrich Olshausen in the Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. “In the recordings which directly address film, the music seems to have the creative fantasy of an alternative script.” None of the featured projects is simple musical accompaniment to the visual element. On the contrary, impulses from film flow into the music in many different ways. Couturier’s tribute to Tarkovsky and Battaglia’s homage to Pasolini are also ‘biographical’ works, interpreting aspects of the directors’ lives and philosophies, as well as imaginative responses to the films. Eleni Karaindrou has collaborated directly with Theo Angelopoulos since 1982 and, as Angelopoulos has said, it is no longer possible to say with certainty which way the influence is running: “There are moments when you hear a piece of music and you get the unexpected feeling of communication at a deeper level, of a common language. In Eleni Karaindrou I found a musical language which seemed to come into being at the same time as the images in my films. Sounds that were mine before they were born.”

The presentation of Karaindrou’s music in Frankfurt finds the Athens Camerata orchestra under Alexander Myrat joined by soloists Jan Garbarek and Kim Kashkashian, key protagonists of music on ECM.

François Couturier’s “Nostalghia - Song for Tarkovsky” features Anja Lechner (violoncello), Jean-Marc Larché (soprano saxophone) and Jean-Louis Matinier (accordion) plus the composer on piano.

Stefano Battaglia’s “Re: Pasoloni” features Battaglia (piano), Michael Gassman (trumpet), Mirco Mariottini (clarinet), Aya Shimura (violoncello), Salvatore Maiore (double-bass) and Roberto Dani (drums).