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About ECM
June 27 , 2014

Reviews of the week

Keith Jarrett and Charlie Haden’s duo recording Last Dance continues to receive international acclaim

Dies ist Musik von jener Art, die uns nicht bestürzt, verblüfft oder überwältigt. Sie bewegt und verzaubert und wird auf nachhaltige Weise Teil unserer Erinnerung. Keith Jarrett, der in seinen Konzerten oft als einer auftritt, der sich das Publikum unterwirft, hat eine ganz andere, eine intime, ja demütige Seite. Wenn er sich in seinem kleinen eigenen Studio mit seinem alten Partner, dem Bassisten Charlie Haden, zu Zwiegesprächen über das trifft, was er auch schon ‚unsere alte Stammessprache‘ genannt hat, die Songs aus dem ‚Great American Songbook‘, ist es, als ob zwei Freunde zusammen Lieder aus fernen Jugendzeiten summten. […] Nach langer Zeit trafen sich die beiden Wahlverwandten (beide hatten sich in ihren Gruppen intensiv mit dem kollektiven Unbewussten des amerikanischen populären Songs beschäftigt) 2007 anlässlich eines Dok-Films über Haden wieder und erinnerten sich, ohne lange Proben, ihrer gemeinsamen Vergangenheit. […] Eine erste Auswahl der fast zufällig dokumentierten privaten Begegnung von 2007 veröffentlichte ECM unter dem Titel ‚Jasmine‘. Diese zweite ist nicht weniger berührend. Zu schön, um nicht wahr zu sein.
Peter Rüedi, Die Weltwoche

The two are experts at crafting ballads, bringing out all the inherently poignant colors and melancholy textures of ‘Everything Happens To Me’ and Cole Porter’s ‘Ev’ry Time We Say Goodbye’. Both, like many other performances on the disc, are keepers, artfully illuminating well-trod standards.
Philip Booth, Jazz Times

The most remarkable accomplishment is how they take nine well-known songs – pieces that could easily be called warhorses – and present them with great originality. […] This album is a must.
Bob Karlovits, Pittsburgh Tribune-Review

So, wie vor allem Jarrett manche der alten Nummern hier angeht, hat man sie jedoch noch nie zuvor gehört. Mit seinen liebevollen, fremdartig vertraut klingenden Überarbeitungen von ‚Round Midnight‘ und ‚Every Time We Say Goodbye‘ legt der Pianist geradezu perfekte Beispiele vor, wie man Altbekanntes komplett neu denken kann, ohne es mutwillig zerstören zu müssen.
Josef Engels, Die Welt


Wolfgang Muthspiel’s new album Driftwood with Larry Grenadier and Brian Blade is reviewed in US magazine Jazz Times

This album is one arc, one musical environment. Rapt atmospheres descend, then evolve. Muthspiel is a romantic, but he is also technically astute and concise. He plays very few nonessential notes. The essence of the Eicher aesthetic is cinematic. ‘Driftwood’ is a setting for a storyline left to the listener’s imagination, a haunting soundtrack to a movie not yet made.
Thomas Conrad, Jazz Times


German and Swiss reviewers praise Heinz Holliger’s Aschenmusik

‚Aschenmusik‘ (ECM) nannte er verwegen seine zweite aktuelle CD, auf der er wenig bekannte Kammermusik von Robert Schumann spielt und sie eigenen, von Schumann inspirierten Kompositionen gegenüberstellt. Das mag auf den ersten Blick vermessen erscheinen, doch es reflektiert eher die Wertschätzung Holligers für das Werk Schumanns, seinem Seelenverwandten. Denn Schumann war mehr als nur Musiker, er arbeitete als Kultur-Intellektueller und Fachjournalist, der sich intensiv um Werke anderer kümmerte und sich Gedanken machte über Musik und Gesellschaft. ‚Aschenmusik‘ heißt dieses intime Musikgebinde vor allem, weil es sich in Teilen auf die von Clara Schumann (auf Anraten Johannes Brahms') verbrannten Cello-Romanzen bezieht, die Schumann kurz vor seinem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt Endenich komponiert hatte. […]. Holligers eigene Musiksprache gibt diesen Gedanken zu Verlust und Schmerz einen betörenden Klang mit meditativem Charakter, wie es besonders in ‚R(asche)S Flügelschlagen‘ zu hören ist: ein Experiment zwischen Musik und Geräusch. […] Drei Stücke für Klavier und Oboe op. 94 (auch mit Violine oder Klarinette spielbar) schrieb Robert Schumann 1849, ein Jahr, in dem ihm besonders viel für Stimmen und Kammermusik einfiel. Holliger selbst spielt die Oboe mit kräftigem, klarem Ton, der sich zwingend mit dem Klang des Pianos ergänzt. Schumanns melodischer Erfindungsreichtum, seine harmonischen Überraschungen und Stimmungswechsel packen hier ebenso wie in den großen Werken für Klavier oder Orchester.
Werner Theurich, Spiegel Online

Musikalische Zeitschichten Robert Schumann/Heinz Holliger: Aschenmusik. Nichts als Asche ist von den Cello-Romanzen Robert Schumanns übrig geblieben. Von diesem Spätwerk, das er 1853 kurz vor seiner Einweisung in die Nervenanstalt komponierte. Verbrannt von der Gattin Clara auf Geheiss des Komponisten Johannes Brahms. Über zehn Jahre grollte der nun 75-jährige Komponist Heinz Holliger über diesen barbarischen Akt, bis ihm der Befreiungsschlag gelang. Er komponierte eine Art Aschenmusik, die mit verschlüsselten Botschaften auf die Cello-Romanzen von Schumann anspielt und geschickt verschiedene musikalische Zeitschichten in sich aufnimmt. Verarbeitungsmusik sozusagen. Mit ‚Romancendres‘, einem Stück für Cello und Klavier, gelingt dem Berner Altmeister dabei ein eigenes, sehr subtil komponiertes Spätwerk, das nun – seit seiner Entstehung vor fünf Jahren – schon zum dritten Mal in einer fein austarierten Aufnahme auf CD vorliegt. Anita Leuzinger (Cello) und Anton Kernjak (Klavier) gelingt es ausgezeichnet, die zerbrechliche Musik in Klangfarbenzauber zu setzen. Flankiert wird die Aschenmusik mit Werken Robert Schumanns, in denen das Multitalent Holliger als Interpret und Oboenvirtuose agil und klangschön wirkt.
Andreas Zurbriggen, Berner Zeitung


Music Web International on Tigran Mansurian Mansurian’s Quasi Parlando, with Patricia Kopatchinskaja, Anja Lechner and the Amsterdam Sinfonietta

The two concertos are separated by two more recent works. The ‘Romance’ is more overtly connected to the archaic folk-songs of Mansurian’s Armenian past, with yearning melody from the violin soloist growing into passionate climax, keeping up a narrative subtext while expressing the essence of the piece’s title. For cello and string orchestra, ‘Quasi parlando’ turns this duality in its head, the rhetoric of the soloist more fragmented while still eloquent; the accompaniment creating vignette-like atmospheres rather than the more expansive harmonies of ‘Romance’.
Superbly performed and recorded, this is another feather in ECM’s already verdant cap, with première recordings of some magnificent and significant works. It’s always tempting to say ‘this is a good place to start’ if you are new to a composer’s work, but with the gorgeous sound of the Amsterdam Sinfonietta to enjoy in its element at the Muziekgebouw’s superb main hall, and the recognisable context of soloist(s) and string orchestra, this is an attractive and rewarding port of call for initiates and experts alike.
Dominy Clements, Music Web International


The new recording by Italian Duo Gazzana with music by Schnittke, Poulenc, Silvestrov, Walton, Dallapiccola is reviewed by Swiss daily Berner Zeitung

Für die Ewigkeit gemacht Duo Gazzana: Schnittke/Poulenc/Silvestrov/Walton/Dallapiccola. Es gibt Musik, die altert schneller als andere. Boulez Frühwerke aus den 1950er-Jahren zum Beispiel haben schon jetzt eine dicke Schicht Patina angesetzt. Andere Stücke hingegen scheinen für die Ewigkeit gemacht zu sein. Da spielt es keine Rolle, welcher Stilistik sie sich bedienen. Solche Stücke finden sich auf der neuen CD des Duos Gazzana. Etwa Alfred Schnittkes ‚Suite im alten Stil‘. Von der Tonsprache her klar barockisierend, erschafft das 1972 entstandene Stück eine eigentümliche Magie, die es der Zeit enthebt. Auch Valentin Silvestrovs Hommage an Johann Sebastian Bach von 2009 gelingt es, die vergangene Zeit vergessen zu machen und mit eingängig entrückter Musik ein Band in die Vergangenheit zu weben. Die Schwestern Raffaella (Klavier) und Natascia Gazzana (Violine) weben diese Bände mit fantasievoll virtuosem Spiel besonders dicht und bezaubernd schön.
Andreas Zurbriggen, Berner Zeitung