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About ECM

Preis der deutschen Schallplattenkritik, Bestenliste 2/2006

The hour-long Kafka-Fragments, completed in 1986, is his biggest work to date: it’s a characteristic cycle of 40 tiny movements, scored for soprano voice and violin, that adds up to something far greater than the sum of its parts. The text is a mosaic of quotations from Kafka’s writings, diaries and letters. The cycle is divided into four parts, articulated by the two longest movements; they draw a huge range of expression from soprano Juliane Banse and violinist András Keller. Banse’s nuances of vocal colouring are wonderfully subtle, while Keller can conjure up huge intensity from a single musical gesture. They show Kafka Fragments to be a quiet masterpiece of richness and emotional power.
Andrew Clements, The Guardian

Superbly performed by Juliane Banse and András Keller, each of whom can find a world of meaning in a single note, the work’s four sections build a musical mosaic as vivid and telling as the work of the great novelist to whom it pays homage.
Anthony Holden, The Observer

Eben haben die Sopranistin Juliane Banse und der Geiger András Keller mit großer Sensibilität und weitem Ausdrucksradius die Kafka-Fragmente eingespielt. Kaum zwei Minuten dauern die längsten Stücke, viele sind kürzer. Deren Dringlichkeit und Strenge indes bleiben evident. Vielleicht kann man sogar von einer Wahlverwandtschaft zwischen Kafka und Kurtág sprechen, von einem feinen Gespür für jegliche Absurditäten des Daseins, um deren Wissen die Verzweiflung und der Humor wie geistige Satelliten kreisen. ... Geige und Stimme bewegen sich an den Rändern des Ausdrucksspektrums. Juliane Banse muss sprunghaft zwischen Rezitation und voller Singstimme, zwischen Sprechen und entstehendem Gesang balancieren. Keller streicht sensibel am Rande des Tons, lässt das Instrument voll klingen. Zärtlich kann diese Annäherung klingen, wohlklingend sehnsüchtig, aber auch überschäumend, abstrakt und doch stets gefährdet am Abgrund und im Spiegel menschlicher Erfahrung.
Tilman Urbach, Fono Forum

Grandios, wie Juliane Banse und András Keller diese Miniaturen gestalten. Theaterträchtig. Kurtág war bei der Aufnahme dabei; man darf sie als authentisch betrachten.
Georg-Friedrich Kühn, Stereoplay

Nicht Lieder, sondern 40 elementare Klangereignisse sind hier zu erleben, vom fahl-gedämpften Wiegenlied bis zum gellenden Kreischen, vom monotonen Trott aus zwei ruppig gestrichenen Noten bis zu schwindelerregenden Doppelgriff-Glissandi. Wie akustische Hochseilakte ohne Netz laufen die lyrisch-extremen Miniaturen ab – doch Akrobatik ist niemals die Hauptsache: Immer formt sich aus den wenigen Tönen eine Denkszene. Diese Erzählkunst kurz vor dem Verstummen, die im Ausdruck ebenso vieles von Celan und Beckett weiterführt wie musikalisch von Bartók und Webern, hat Kurtág zum großen Eigenständigen der europäischen Avantgarde werden lassen.
Johannes Saltzwedel, Kultur Spiegel

Man könnte Kurtágs Stücke – dafür stehen manche ihrer Überschriften - ... mit Blumen vergleichen. Einige Sekunden lang blühen sie auf, öffnen ihre Blätter und verwelken auf der Stelle. Welche Metaphern man immer findet: Es geht dabei nicht um Programmmusik, sondern um eine Passionsmusik der kleinsten Form. Dafür spricht nicht nur Kurtágs Bewunderung von Bachs spiritueller Kraft und Konstruktionsgenie, sondern auch sein Faible für die großen Leidenden der Literatur. Als leidenschaftlicher Leser hat er Gedichte seiner Landsleute Attila József und János Pilizinsky vertont und für einige seiner angespanntesten und fragilsten Kompositionen Texte von Hölderlin, Beckett und Kafka verwendet.
Es sind, wie die gerade bei ECM erschienene Neuaufnahme der „Kafka-Fragmente“ mit der Sopranistin Juliane Banse und dem Geiger András Keller zeigt, eher Gesänge mit Instrument als Lieder. Die 40 Stücke in Minimalbesetzung nach Tagebuch-Eintragungen von Kafka unterwerfen das Wort weder der Musik noch umgekehrt. ...
Kurtág scheint auf seine Musik gleichzeitig mit einem umgedrehten Fernrohr und einem Mikroskop zu schauen. Das macht ihre Suggestionskraft aus, in der das Hingehauchte, Ersterbende, kaum Wahrnehmbare, fast schon aus dem Jenseits Herüberklingende mit der Gewalt des Eruptiven, Gehämmerten und Zerhackten konkurriert.
Gregor Dotzauer, Tagesspiegel

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