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About ECM

Both discs are enthralling. In the sleeve notes Schiff makes an eloquent case for resisting what he sees as the ‘globalisation’ of piano music, in which everything is played on a Steinway. […] Anyone who heard the Wigmore recitals will recognise the cool clarity of the sound the Bechstein makes and the elegance Schiff achieves with it, whether in the transcendence of the last movement of Op 111 or the quicksilver changes of mood in the variations, but it’s the version of the Diabelli on the 19th-century instrument that is the more remarkable.
That performance revels in the very lack of homogeneity in the soundworld of the instrument itself, with its distinctly different character in each register, and with the ability to change those characteristics using the four pedals. Balances and perspectives shift constantly within the music, and Schiff exploits the effects quite wonderfuly – thinning the sound to a silvery thread with the una corda pedal, producing a wonderfully veiled quality in the middle registers with the moderator, or a snarling buzz in the bass with the bassoon. The whole world of the variations opens out.
Andrew Clements, The Guardian

No pianist has a greater awareness of sound-colour than András Schiff. Here, he experiments by twice giving beautifully shaped readings of Beethoven’s Diabelli Variations, that extraordinariy wide-ranging sequence of fantasies: once on a Franz Brodmann fortepiano of 1820, once on a Bechstein grand of 1921. Each instrument shines its distinctive light on this music.
Stephen Pettitt, The Sunday Times

Ungewöhnlich, innovativ, herausfordernd: zwei Aufnahmen desselben Werkes an zwei verschiedenen Instrumenten – das verlangt Mut vom Produzenten und Neugierde beim Hörer, dem sich eine herrliche Gelegenheit zum unmittelbaren Vergleich bietet. Diese Doppel-CD beweist, wie sehr wir uns an den Einheitsklang der modernen großen Konzertflügel gewöhnt haben. Der über 90 Jahre alte Bechstein singt bezaubernd in den oberen Tonbereichen, kein Bollern oder stählernes Dröhnen im Bass; und das historische Fortepiano verfügt über unterschiedliche Register und damit über reizvolle Klangfarben-Zonen, die erahnen lassen, wie Beethoven sich seine Musik damals vorgestellt haben dürfte:
Schiff hatte lange gewartet, bis er dieses Mammut-Werk erstmals öffentlich und dann auch im Aufnahmestudio gespielt hat – bis in Details hinein vergräbt er sich in jeden Takt, in jeden Akzent, jede Rhythmisierung. Auf einmal steht Beethoven nicht als einheitlich grimmiger Titan dar, sondern als jemand, der ständig die Maske wechselt: mal ist er Schalk und voller Humor, mal gibt er den Philosophen und Grübler, dann den großen Theatraliker, schließlich präsentiert er sich (etwa in den Fugen-Abschnitten) als Referent für Alte Musik. […] Wie umsichtig Schiff dieses Programm erstellt hat, zeigt die Einbindung der Diabelli-Variationen: auf der ersten CD geht dem Zyklus die Sonate op. 111 voraus, die mit einem C endet – genau dort, wo Diabellis Walzer beginnt. Und auf der zweiten CD lässt Schiff die späten Bagatellen op. 126 folgen, die wie ein Nachgesang auf Beethovens große Klavierwerke wirken. Zwei CDs – ein Meilenstein.
Christoph Vratz, NDR Kultur

Das Ergebnis ist ein höchst bedenkenswertes Hörexperiment und ein starkes Plädoyer wider die, wie Schiff im Hinblick auf die heutige Steinway-Dominanz meint, ‘unglückliche Globalisierung in der Klaviermusik’ unserer Tage. […] Was zumindest der semi-historischen Bechstein-Aufnahme im Vergleich mit der Katalogkonkurrenz einen Spitzenplatz sichert, ist die musterhaft genaue, individuelle Spielmanieren ausklammernde Textrealisierung in Verbindung mit einem ausgewogenen und erfüllten Musizieren, das einen goldenen Mittelweg zwischen Pathos und Philologie hält. Auch ein Vergleich mit der 2007 im Rahmen seines Beethoven-Zyklus für ECM entstandenen Aufzeichnung des op 111 bestätigt den neuen Zuwachs an harmonischer Geschlossenheit im Spiel Schiffs.
Ingo Harden, Fono Forum

The predictably penetrating, intense playing of the mighty Diabellis on this disc is to be expected from Andras Schiff, but there's a twist: he does them twice, first on a 1921 Bechstein and then on a Hammerflügel fortepiano from Beethoven's era. The result is a primer on pianism, rounded out by Beethoven's final piano sonata and the Opus 126 Bagatelles.
Zachary Woolfe, The New York Times

Grosse Pianisten lassen sich deshalb viel Zeit mit den Diabelli-Variationen, sie studieren und spielen sie jahrzehntelang, bevor sie damit ins Aufnahmestudio gehen. András Schiff war 59 Jahre alt, als er den Schritt wagte. Und er wagte gleich noch etwas anderes: Er verschmähte den modernen Steinway-Flügel und zog zwei historische Instrumente vor, nämlich einen Bechstein von 1921, den schon Wilhelm Backhaus geschätzt hat, und ein Franz-Brodmann-Fortepiano (Wien 1820), das er aus dem Besitz von Jörg Ewald Dähler erworben und dem Beethovenhaus Bonn als Leihgabe zur Verfügung gestellt hat. Das ist ein Glücksfall, denn mit diesen beiden Wiedergaben gewinnen wir ein Moment von Intimität zurück, das ein übergrosser Konzertsaal und das gleichmacherische Klangbild moderner Flügel niemals erreichen können. Der runde, weiche Klang des Diskants beim Bechstein-Flügel und das unglaublich sonore Bassregister beim Wiener Brodmann-Fortepiano, ja überhaupt das Festhalten an unterschiedlichen Registertönungen bescheren dem Hörer wahre Wunder an Klangfarben und Anschlagsdifferenzierung. Selbst der durch Pausen betonte Gegensatz zwischen Forte-Akkorden und Piano-Antworten in Variation XIII bietet einen prachtvoll runden Raumklang; Vergleichsaufnahmen auf dem Steinway wirken nun geradezu blechern und schrill. […]Wie Schiff in der «Fughetta» (Nr. XXIV) und in der hochkomplexen Schlussfuge (Nr. XXXII) die Stimmeneinsätze und die Engführungen leuchtend klar herausarbeitet, zeigt Erfahrung und Format des gestandenen Bach-Interpreten. Aber er zeigt noch etwas, was viele andere Interpreten nicht in dem Masse kenntlich machen: Beethovens Humor. Sei es die «Don Giovanni»-Parodie (Nr. XXII), sei es jene Dampfwalze schon in Variation I, die den harmlosen Walzer gnadenlos platt macht, sei es die grimmige Aufblätterung der Motiv-Elemente, eines wahren Diabelli-Teilelagers, sei es aber auch jenes melancholische, schon entrückte Lächeln des abschliessenden «Tempo di Minuetto»: Ohne erdenschweren Tiefsinn findet Schiff die angemessene lichte Heiterkeit, die auf Wissen beruht. Eine Beethoven-Hommage auf Augenhöhe.
Hartmut Lück, Neue Zürcher Zeitung

He plays Beethoven’s ‘Diabelli Variations’ twice, once on a 1921 Bechstein and again on a Franz Brodmann fortepiano circa 1820, an instrument in awesomely good condition. The differences are fascinating. The Bechstein offers fairly even brilliance across its range: Diabelli’s theme trots like a glittering circus pony. The Brodmann colours are more mysterious, with greater subtleties in light and shade, generously displayed across the ‘Variations’ as well as Beethoven’s Six Bagetelles.
Yet either piano’s textures and reverberations would mean little without Schiff’s artistry and intelligence. The ‘Diabelli Variations’ have never seemed so playfully filled with irony, comic pratfalls and the wild goose chase. Whatever instrument he uses, Schiff rewards the closest listening.
Geoff Brown, The Times

Nun spielt er das Werk (flankiert von der Klaviersonate c-moll op.111 und den Bagatellen) auf der neuen ECM-Produktion gleich zwei Mal: zuerst auf einem Bechstein-Flügel von 1921, dann auf einem Hammerklavier von Franz Brodmann, gebaut in Wien um 1820.
Wir erleben einen faszinierenden Zeitentransfer, gleichsam in zwei Schritten von heute über jeweils hundert Jahre zurück zur Quelle des Klangs. Schiff macht sich und uns ein Fest daraus, die Unterschiede prall klingen zu lassen. Doch dazu muss er keine künstlichen Gegensätze etwa in Tempo, Dynamik, Artikulation oder Stimmtonhöhe konstruieren, die Instrumente selbst sind grundverschieden und sprechen für sich, jedes mit eigener Sprache. […] Der Bechstein fügt die Welt mit Wohllaut zusammen, das Hammerklavier zerlegt sie, guckt über ihren Tellerrand, splittet sie auch schon mal in Einzelklänge. Jede Aufnahme für sich ist ein Ereignis, oder, um mit Voltaire zu sprechen: Zu zweit sind sie die besten aller Welten.
Wolfram Goertz, Die Zeit

Man erlebt also eine pädagogisch praktische, durchaus sensibilisierende Schule des vergleichenden Hörens. Und plötzlich erscheint einem trotz scheppernder Obertöne und einer gewissen Kurzatmigkeit das Instrument des 19. Jahrhunderts näher, richtiger. Hier stimmt die Balance – gerade durch fehlende Homogenität der Register, die den seine vier Pedale nutzenden Pianisten als kreative Kontrollinstanz viel stärker fordert. So bekommt fast jede Variation auch durch ostentative Klangmanipulationen ihren eigenen Charakter. Da bleibt nichts übrig vom oft beklagten sperrigen Charakter dieser fast schon abstrakten Musik über Musik. Die Glasperlenspielereien atmen plötzlich Witz, Tiefe, Hintergründigkeit, ja sogar Melancholie.
Manuel Brug, Die Welt

He brings an agenda with him (and why not?), but throughout the double CD he delights with insights and a feast of fine playing, excellently recorded; and his focus on the music never wavers. [...] Schiff’s mastery of the early piano enables him to bring to the fore another important aspect that concert performances today often overlook: their intimacy. [] I’ve been convinced of the success with which pianist and both instruments inhabit everything undertaken here and meet its challenges. It’s an impressive achievement.
Stephen Plaistow, Gramophone

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