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About ECM

Als hätte man den Geigen in der Streicherserenade Tschaikowskys bös die Wirbel verdreht: So klingt der Anfang der zehnten Symphonie von Mieczyslaw Weinberg. Aus der Tonalität bohrt sich das 1968 in Moskau entstandene Stück in die Zwölftontechnik vor. Die Kremerata Baltica unter Gidon Kremer hat jetzt ein ausgezeichnetes Doppelalbum mit der Musik von Weinberg herausgebracht. Neben der Symphonie bietet es das liebenswürdige Concertino für Violine und Orchester op. 42, das folkloristisch milde Streichtrio op. 48, die expressiv zugespitzte dritte Solosonate für Violine op. 126 und die Sonatine für Klavier und Violine op.46, wo sich zur angespannten Sehnigkeit von Kremers Geige der überwache, junge, begabte Daniil Trifonov am Klavier gesellt.
Jan Brachmann, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Gidon Kremer’s excellent Kremerata Baltica and fine soloists explore Weinberg’s chamber music and powerful Symphony No. 10 – arrestingly varied stuff, ranging from late Romanticism to stringent neo-Classicism and passages of real anguish.
Richard Morrison, The Times

Perhaps you have observed the recent explosion of Weinberg recordings and are wondering whether the pendulum may have swung too far in his favour. Perhaps you have sampled some of the alternative versions in the repertoire of Gidon Kremer’s new two-disc set and are doubtful as to whether it is worth the extra outlay. Either way, I can’t recommend the new issue too highly. Kremer brings not just his unmistakable wiry sound quality to bear but also a sheer force of musical personality that brings the music off the page in a way that only the greatest Weinberg recordings do [...] this is Weinberg at his most exploratory, even experimental; if you think to hear Schnittke’s First Concerto grosso in the background, bear in mind that it was written nearly 10 years later. It needs a performance of unwavering focus, huge range of colour and consummate individual and corporate agility to bring it off. Which is exactly what it gets here.
David Fanning, Gramophone

Kremer setzt seine ganze Saitenkunst und Gestaltungskraft in der erfindungsreichen Solosonate nachdrücklich-phantasievoll ein, verschafft mit Kollegen und der prächtigen Kremerata einen wunderbaren Überblick über Weinbergs breites Schaffen: Vom dezenten Streichtrio über das an Grieg erinnernde, lyrische Concertino bis zur experimentellen Sinfonie Nr. 10 – ein eindringliches Plädoyer für mehr Freiräume!
Christoph Forsthoff, Concerti

Wie schon bei seinen Engagements für ähnlich vom Sowjetsystem ins Visier genommene Querköpfe wie Schnittke und Gubaidulina muss Kremer nicht pathetisch dick auftragen, um einem den Schmerz und die Sehnsucht in Weinbergs Musik entgegenzuschleudern. Und so geht einem das spätromantische und leicht burleske Streichtrio (1950) genauso unter die Haut wie der elegische Fluss, mit dem die Sonatina (1949) für Violine und Klavier einsetzt. Diese Aufnahme muss man als überfällige Weinberg-Rehabilitation bezeichnen.
Guido Fischer, Rondo

Die hier auf bestem Niveau eingespielten werke erweitern unsere Kenntnisse seiner Instrumentalmusik. Die dem Andenken an den Vater gewidmete Sonate Nr. 3 für Violine solo gibt sich unspektakulär, und es bedarf schon der reichsten Interpretationskunst Kremers, diese Meditation in unaufdringlich-ergreifende, dabei schlicht, aber intensiv wirkende Musik zu verwandeln. Kremer spielt sie wie ein sich gleichsam von selbst fortspinnendes Werk, das dem jeweils Erklingenden gewissermaßen nachzulauschen scheint. […] In de rzehnten Sinfonie für Streichorchester mit ihren suitenhaft gereihten sechs Sätzen machen sich sogar Einflüsse von Honegger bemerkbar. Diese Sinfonie gibt den Stimmführern der Instrumentengruppen auch vielfältige Gelegenheiten zu solistischem Spiel, das sie bravourös bewältigen.
Giselher Schubert, Stereo

Nicht nur Werkauswahl und –anordnung sind überzeugend, es ist vor allem das engagierte, dabei zugleich zurückhaltende, dem Eigenleben der Werke sensible nachspürende spiel der Kremerata Baltica und ihres Konzertmeisters, das unter die Haut geht. ‚Er ist ganz bei sich geblieben, bei seinen Werten’, sagt Kremer über Weinberg. Wenn man so will, kommen diese Werte als klar artikulierte Musik-Rede beglückend deutlich zum Ausdruck. Den Höhepunkt dieser wichtigen ECM-Produktion bildet aber nicht die – im Vergleich zu den übrigen Werken – groß besetzte Sinfonie Nr. 10, sondern die späte ‚kleine’ Solo-Sonate für Violine op. 126, mit der die CD 1 beginnt und die der Komponist dem Andenken seines Vaters widmete. Hier, bei dieser vom Leid der Welt gesättigtem Musik, ist auch Kremer ‚ganz bei sich’.
Burkhard Schäfer, Musik & Theater

Ein fast trotziger Optimismus durchzieht Weinbergs Musik. Kremer und seine Mitstreiter geben mit ihrem differenzierten Spiel, das die Aufnahme ausgesprochen lebendig dokumentiert, einen hervorragenden Einblick in Weinbergs umfangreiches Schaffen.
Andreas Fritz, Audio

Dass Weinberg selbst im bewusst einfach gehaltenen Concertino op. 42 (1948) oder in der Sonatine op. 46 (1949) – zwei Werken, die inmitten der zweiten großen Hetzkampagne gegen ‚formalistische’ Neutöner und in einem Klima wachsender antisemitischer Propaganda entstanden – nie ins musikalisch Banale und Plakative abglitt, ist bemerkenswert genug. Als noch beeindruckender aber erweist sich das von ästhetischem Anpassungsdruck weitgehend befreite Spätwerk. Die von glühender Intensität erfüllte Streichersinfonie op. 98 (1968) und die Solo-Violinsonate Nr. 3 (1979), in der die expressiven Möglichkeiten des Instruments souverän ausgelotet sind, zeugen davon; und sie tun dies umso mehr, als ihnen Gidon Kremer und seine Partner interpretatorisch nicht s schuldig bleiben.
Felix Meyer, Neue Zürcher Zeitung

En deux CD d’oeuvres triées sur le volet – l’un dévolu à la musique de chambre, l’autre à l’orchestre - , le violiniste et ses comparses, parmi lesquels le talentueux pianiste Daniil Trifonov, signent un véritable acte de foi. Goût de la mélodie, dérision néo-classique, poésie lunaire, expressivité exacerbée,de Weinberg est servie par le génie de Kremer [...] la magistrale ‘Sonate pour violon seul n° 3’, véritable épopée de fer, de larmes et de sang.
Marie-Aude Roux, Le Monde

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