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About ECM

The title ‚Aschenmusik‘ derives from Heinz Holliger’s horror at Clara Schumann’s burning, with Brahms’ approval, of her late husband’s cello Romances, prompting Holliger’s composition of his own ‘cinder music’ , ‘Romancendres’, which is here framed by Schumann pieces […] His own imaginative Modernist response to Clara’s vandalism takes the form of a bright flare of energy leaving a dry, ashen residue. It’s an inquisitive piece in which cello and piano step tentatively around each other. An absorbing and emotionally gripping programme that unites Romanticism and Modernism with no grinding gear-changes.
Andy Gill, The Independent

Schumann - dem Unverwechselbaren, Existenziellen seiner Kunst und ebenso seinem eng damit verwobenen Menschsein - gilt eine jüngst erschienene CD, mit der Holliger einmal mehr sowohl als Interpret wie als Komponist Maßstäbe setzt. Zusammen mit zwei einfühlsamen Musikern einer jüngeren Generation - der Cellistin Anita Leuzinger und dem Pianisten Anton Kernjak - erweckt Holliger als Oboe- bzw. Oboe d'amore- Spieler Facetten einer Schönheit zum Leben, die ungebrochen vom Wahren und Wahrhaftigen erzählen. Seele und Geist beglückend: die ‚Sechs Stücke in kanonischer Form‘ op. 56, die Schumann 1845 für Pedalflügel geschrieben hat […] Lange nachklingend: die ‚Drei Romanzen‘ op. 94, die 1851 entstandene Sonate für Pianoforte und Violine op. 105 - hier in einer von Schumann selbst angeregten Ossia-Fassung mit Violoncello. […] Dass im Leben wie der Kunst mitunter auch die Negation des Guten platzgreift, daran erinnern auf ihre Weise die sechs Sätze des Werkes ‚Romancendres‘ für Violoncello und Klavier. Holliger komponierte die Musik im Jahr 2003 mit Bezug auf die verschollenen ‚Cello-Romanzen‘, die Schumann 1853 geschrieben hatte, kurz bevor sich in Endenich die Türen der Nervenheilanstalt hinter ihm schlossen. Clara Schumann hat diese Stücke 37 Jahre nach dem Tod ihres Mannes auf Anraten von Johannes Brahms verbrannt. Und mit der Vorstellung, eine Musik aus Asche zu schreiben, entwarf Holliger geheimnisvoll raunende Chimären, ein klingendes Tableau verschlüsselter Zeichen, ein unendlich vielschichtiges, mal traumverloren anmutendes, mal bebendes Psychogramm des großen Romantikers.
Helmut Rohm, BR-Klassik

This absorbing set embraces Holliger’s Romancendres, which seeks to recapture the late Cello Romances by Schumann, that his widow, Clara, and Brahms destroyed. Hints in letters are all Holliger has to go on, but he produces this four-movement ‘cinder music’, beautifully played. Before it come Schumann’s pedal piano pieces, Op 56, in a delightful version for oboe d’amore, cello and piano, and a captivating new account of the Drei Romanzen for oboe and piano.
Paul Driver, Sunday Times

‚Aschenmusik‘ (ECM) nannte er verwegen seine zweite aktuelle CD, auf der er wenig bekannte Kammermusik von Robert Schumann spielt und sie eigenen, von Schumann inspirierten Kompositionen gegenüberstellt. Das mag auf den ersten Blick vermessen erscheinen, doch es reflektiert eher die Wertschätzung Holligers für das Werk Schumanns, seinem Seelenverwandten. Denn Schumann war mehr als nur Musiker, er arbeitete als Kultur-Intellektueller und Fachjournalist, der sich intensiv um Werke anderer kümmerte und sich Gedanken machte über Musik und Gesellschaft. ‚Aschenmusik‘ heißt dieses intime Musikgebinde vor allem, weil es sich in Teilen auf die von Clara Schumann (auf Anraten Johannes Brahms') verbrannten Cello-Romanzen bezieht, die Schumann kurz vor seinem Aufenthalt in der Nervenheilanstalt Endenich komponiert hatte. […]. Holligers eigene Musiksprache gibt diesen Gedanken zu Verlust und Schmerz einen betörenden Klang mit meditativem Charakter, wie es besonders in ‚R(asche)S Flügelschlagen‘ zu hören ist: ein Experiment zwischen Musik und Geräusch. […] Drei Stücke für Klavier und Oboe op. 94 (auch mit Violine oder Klarinette spielbar) schrieb Robert Schumann 1849, ein Jahr, in dem ihm besonders viel für Stimmen und Kammermusik einfiel. Holliger selbst spielt die Oboe mit kräftigem, klarem Ton, der sich zwingend mit dem Klang des Pianos ergänzt. Schumanns melodischer Erfindungsreichtum, seine harmonischen Überraschungen und Stimmungswechsel packen hier ebenso wie in den großen Werken für Klavier oder Orchester.
Werner Theurich, Spiegel Online

Musikalische Zeitschichten Robert Schumann/Heinz Holliger: Aschenmusik. Nichts als Asche ist von den Cello-Romanzen Robert Schumanns übrig geblieben. Von diesem Spätwerk, das er 1853 kurz vor seiner Einweisung in die Nervenanstalt komponierte. Verbrannt von der Gattin Clara auf Geheiss des Komponisten Johannes Brahms. Über zehn Jahre grollte der nun 75-jährige Komponist Heinz Holliger über diesen barbarischen Akt, bis ihm der Befreiungsschlag gelang. Er komponierte eine Art Aschenmusik, die mit verschlüsselten Botschaften auf die Cello-Romanzen von Schumann anspielt und geschickt verschiedene musikalische Zeitschichten in sich aufnimmt. Verarbeitungsmusik sozusagen. Mit ‚Romancendres‘, einem Stück für Cello und Klavier, gelingt dem Berner Altmeister dabei ein eigenes, sehr subtil komponiertes Spätwerk, das nun – seit seiner Entstehung vor fünf Jahren – schon zum dritten Mal in einer fein austarierten Aufnahme auf CD vorliegt. Anita Leuzinger (Cello) und Anton Kernjak (Klavier) gelingt es ausgezeichnet, die zerbrechliche Musik in Klangfarbenzauber zu setzen. Flankiert wird die Aschenmusik mit Werken Robert Schumanns, in denen das Multitalent Holliger als Interpret und Oboenvirtuose agil und klangschön wirkt.
Andreas Zurbriggen, Berner Zeitung

It’s always intesting to see which composers turn out to be soul mates – especially when the affinity crosses barriers of time and cultural expectations. The extraordinary Swiss musician Heinz Holliger – oboist supreme, composer, and conductor – has followed the traces of Robert Schumann throughout his life, always with revealing and sometimes surprising results. This new release from ECM weaves together music by Schumann (viewed, so to speak, from an oboist’s perspective) and one of Holliger’s own Schumann homages, Romancendres (2003) – an attempt to rescue his predecessor’s burned Romances for Cello and Piano ‘from the ashes’ (hence the current album title, Aschenmusik). […] listening to the whole program gives the impression of a very personal encounter with Schumann, an encounter that seeks to go beyond the myths.
Thomas May, Memeteria

Komponist, Oboist und Dirigent: Heinz Holliger zählt zu den vielseitigsten Künstlerpersönlichkeiten in der Musikszene. Eine seiner wichtigsten Inspirationsquellen: Robert Schumann. Es ist also nur konsequent, dass das Label ECM nun zusammen mit Heinz Holliger, der Cellistin Anita Leuzinger und dem Pianisten Anton Kernjak eine CD herausgebracht hat, auf der Werke von Schumann ein Stück von Holliger rahmen. […] Passioniert, mit verzweifelter Tiefe erweckt Anita Leuzinger, sonst Solo-Cellistin des Tonhalle-Orchesters Zürich, Schumanns Seelenmusik zum Leben – und sowohl sie als auch Heinz Holliger können sich hier verlassen auf den exzellent feinfühlig begleitenden Pianisten Anton Kernjak. So gelingt dem Label ECM ein außergewöhnliches CD-Projekt, das mehr ist als eine ‚Aschenmusik‘ auf Robert Schumann: Denn die Aufnahme wurde Heinz Holligers kürzlich verstorbener Frau, der Harfenistin Ursula Holliger, gewidmet. Ein im doppelten Sinne also tief berührender Nachruf.
Ursula Böhmer, HR2 Kultur

Diesmal haben sich die beiden jungen Musiker Ania Leuzinger und (Violoncello) und Anton Kernjak (Klavier) in die kargen, äußerst zerklüfteten und geheimnisvollen Klanglandschaften vorgewagt, die Holliger in Anlehnung an die verbrannten Schumann-Manuskripte als eine Art ‚Aschenmusik‘ bezeichnet. In welchem Kontrast stehen dazu die ausgewählten Kammermusikwerke Schumanns, bei denen Holliger mit seinem unvermindert erlesenen Oboen-Atem betört.
Guido Fischer, Rondo

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