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Der Zauberer
The sorcerer
Le magicien
Das Veilchen
The violet
La violette
C’est l’extase langoureuse
It is languorous ecstasy
Es ist der verzückte Schauer
Il pleure dans mon cœur
Tears fall in my heart
Es weint in meinem Herzen
L'ombre des arbres
The shadow of the trees
Das Bild der Bäume

Der Zauberer

Ihr Mädchen, flieht Damöten ja!
Als ich zum erstenmal ihn sah,
Da fühlt’ ich, so was fühlt’ ich nie,
Mir ward, ich weiß nicht wie!
Ich seufzte, zitterte, und schien mich doch zu freu’n:
Glaubt mir, er muß ein Zaub’rer sein!

Sah ich ihn an, so ward mir heiß,
Bald ward ich rot, bald ward ich weiß,
Zuletzt nahm er mich bei der Hand:
Wer sagt mir, was ich da empfand!
Ich sah, ich hörte nicht, sprach nichts als Ja und Nein –
Glaubt mir, er muß ein Zaub’rer sein!

Er führte mich in dies Gesträuch,
Ich wollt’ ihn flieh’n und folgt’ ihm gleich:
Er setzte sich, ich setzte mich:
Er sprach – nur Silben stammelt’ ich;
Die Augen starrten ihm, die meinen wurden klein:
Glaubt mir, er muß ein Zaub’rer sein!

Entbrannt drückt’ er mich an sein Herz,
Was fühlt’ ich! welch ein süßer Schmerz!
Ich schluchzt’, ich atmete sehr schwer,
Da kam zum Glück die Mutter her;
Was würd’, o Götter, sonst nach so viel Zauberei’n,
Aus mir zuletzt geworden sein!

Christian Felix Weisse

 

The sorcerer

Girls, mind that you avoid Damon!
When I beheld him for the first time,
I felt what I had never felt before,
I cannot tell you what it was!
I sighed, I trembled, yet it seemed to please me:
Believe me, he must be a sorcerer!

When I looked at him I was on fire,
I blushed, and then I went quite pale,
At last he took me by the hand;
Who can explain my feelings?
I neither saw nor heard, said nought but yes and no;
Believe me, he must be a sorcerer!

He led me to this thicket,
I meant to flee, but followed him:
He sat down, and I sat down;
He spoke, all I could do was stutter;
His eyes grew keen and mine closed up:
Believe me, he must be a sorcerer!

Aflame, he pressed me to his heart,
Oh, what a thrill! What sweet distress!
I panted, sobbed and gasped for breath,
Thank goodness that my mother came;
Ye Gods, faced by such sorcery,
Who knows what might have become of me!

 

Le magicien

Jeunes files, fuyez Damoetas!
La première fois que je le vis,
Je sentis quelque chose que je n’avais jamais senti,
J’étais, j’étais je ne sais dans quel état!
Je soupirais, je tremblais et pourtant j’étais au comble de la Croyez-moi, ce doit être un magicien! [joie:

En le regardant, je me sentis envahie de chaleur,
Tantôt je rougissais, tantôt je pâlissais
Et finalement il me prit la main;
Que me dit-il, qu’éprovai-je?
Je ne voyais, n’entendais rien, ne répondais que oui et non;
Croyez-moi, ce doit être un magicien!

Il me conduisait dans ce buisson,
Tout en voulant le fuir je l’y suivis aussitôt:
Il s’assit, je m’assis;
Il parla, je ne fis que balbutier quelques syllabes:
Croyez-moi, ce doit être un magicien!

Enflammé, il me presse sur son coeur;
Que sentis-je! quelle agréable douleur!
Je sanglotais, j’avais peine à respirer,
Lorsque par bonheur ma mère survint;
Que serait-il, ô dieux, après tant de sortilèges
Advenu de moi!

 

Das Veilchen

Ein Veilchen auf der Wiese stand,
Gebückt in sich und unbekannt;
Es war ein herzigs Veilchen.
Da kam ein’ junge Schäferin
Mit leichtem Schritt und muntrem Sinn
Daher, daher,
die Wiese her und sang.

„Ach!“, denkt das Veilchen, „wär ich nur
Die schönste Blume der Natur,
Ach, nur ein kleines Weilchen,
Bis mich das Liebchen abgepflückt
Und an dem Busen mattgedrückt,
Ach nur, ach nur
ein Viertelstündchen lang!“

Ach! Aber ach! das Mädchen kam
Und nicht in acht das Veilchen nahm,
Ertrat das arme Veilchen.
Es sank und starb und freut’ sich noch:
„Und sterb’ ich denn, so sterb ich doch
Durch sie, durch sie,
Zu ihren Füßen doch!“
Das arme Veilchen!
Es war ein herzigs Veilchen.

Johann Wolfgang von Goethe

 

The violet

A violet grew in the meadow,
Modestly shrinking, quite unknown;
A dear little violet.
A young shepherdess came along,
Fleet of foot, merry of spirit
She came along,
Striding through the meadow, singing.

“Oh!”, the violet mused, “if only I were
The finest flower in the world,
Just for a little while,
Until the dear girl plucked me,
Pressed me against her heart until I died,
If only, if only
For a quarter of an hour!”

Alas! The girl drew near
and did not heed the violet,
She trod it underfoot.
it drooped and died, yet it rejoiced:
“If I must die, at least I die
Through her, through her,
Here, at her feet!”
Poor violet!
It was a dear violet!

 

La violette

Dans la prairie était une violette,
Toute repliée sur elle-même et ignorée;
C’était une aimable violette.
Vint à passer, d’un pas léger,
Une jeune bergère d’humour joyeuse,
Chantant de ci de là
Dans la prairie.

«Ah!», pense la violette, «si je pouvais être
La plus belle fleur de la nature,
Ah ! si je pouvais l’être pour un petit moment seulement
Jusqu’à ce que la bien-aimée m’ait cueillie
Et pressée sur son cœur!
Ah! un tout petit quart d’heure
Seulement!»

Mais! Hélas! La jeune fille passa
Et, sans porter la moindre attention à la violette,
L’écrasa, la pauvre.
Celle-ci s’afaissa et, en mourant, se réjouit encore:
«Je meurs donc, mais c’est par elle,
Par elle que je meurs,
Foulée à ses pieds!»
La pauvre violette!
c’était une aimable violette!

 

C’est l’extase langoureuse

C’est l’extase langoureuse,
C’est la fatigue amoureuse,
C’est tous les frissons des bois
Parmi l’étreinte des brises,
C’est, vers les ramures grises,
Le chœur des petites voix.

Ô le frêle et frais murmure!
Cela gazouille et susurre.
Cela ressemble au cri doux
Que l’herbe agitée expire...
Tu dirais, sous l’eau qui vire,
Le roulis sourd des cailloux.

Cette âme qui se lamente
En cette plainte dormante,
C’est la nôtre, n’est-ce pas?
La mienne, dis, et la tienne,
Dont s’exhale l’humble antienne,
Par ce tiède soir, tout bas?

Paul Verlaine

 

It is languorous ecstasy

It is languorous ecstasy,
It is loving lassitude,
It is all the tremors of the woods
In the embrace of the breezes,
It is, in the grey branches,
The choir of the tiny voices.

O the frail, fresh murmuring!
That twittering and whispering
Is like the sweet cry
Breathed out by the ruffled gras...
You would say, beneath the swirling waters,
The muted rolling of the pebbles.

This soul which mourns
In the subdued lamentation,
It is ours, is it not?
Mine, say, and yours,
Breathing a humble anthem
In the warm evening, very softly?

 

Es ist der verzückte Schauer

Es ist der verzückte Schauer,
Es ist die verliebte Trauer,
Es ist das Geschwirr im Hain,
Den die Lüfte innig preßten,
Es sind, in den grauen Ästen,
All die Stimmchen im Verein.

O wie fein und frisch es säuselt!
Wie es zwitschert, murmelnd kräuselt,
Wie es gleicht dem holden Ach,
Wenn erregt die Gräser flirren ...
Meint man nicht, daß Kiesel klirren,
Die der Strudel rollt im Bach?

Diese Seele, die so zage
Singt in der verschlafnen Klage,
Es ist unsere, nicht wahr?
Meine, sag es, und die deine,
Die in lauer Luft die kleine
Hymne haucht, fast unhörbar?

 

Il pleure dans mon cœur

Il pleure dans mon cœur
Comme il pleut sur la ville.
Quelle est cette langueur
Qui pénètre mon cœur?

Ô bruit doux de la pluie,
Par terre et sur les toits!
Pour un cœur qui s’ennuie,
Ô le bruit de la pluie!

Il pleure sans raison
Dans ce cœur qui s’écœure.
Quoi! nulle trahison?
Ce deuil est sans raison.

C’est bien la pire peine,
De ne savoir pourquoi,
Sans amour et sans haine,
Mon cœur a tant de peine.

Paul Verlaine

 

Tears fall in my heart

Tears fall in my heart
Like rain upon the town,
What is this languor
That pervades my heart?

O gentle sound of the rain
On the ground and on the roofs!
For a listless heart,
O the sound of the rain!

Tears fall without reason
In this sickened heart.
What! no perfidy?
This sorrow has no cause.

Indeed it is the worst pain
Not to know why,
Without love and without hate,
my heart feels so much pain.

 

Es weint in meinem Herzen

Es weint in meinem Herzen,
Wie’s regnet auf die Stadt.
Was sind das nur für Schmerzen,
Die bohren mir im Herzen?

O liebes Regenlied
Am Boden, auf den Dächern!
Fürs Herz, das öd sich sieht,
Wie rauscht das Regenlied!

Ohn Ursach ist das Klagen
Im Herzen, das sich quält.
Was? niemand hat’s geschlagen?
Nein, grundlos ist das Klagen.

Nichts ist wie dies wohl schwer,
Zu wissen nicht, warum nur,
Von Haß und Liebe leer,
Mein Herz ist gar so schwer!

 

L'ombre des arbres

L’ombre des arbres dans la rivière embrumée
Meurt comme de la fumée,
Tandis qu’en l’air, parmi les ramures réelles,
Se plaignent les tourterelles.

Combien, ô voyageur, ce paysage blême
Te mira blême toi-même,
Et que tristes pleuraient dans les hautes feuillées,
Tes espérances noyées.

Paul Verlaine

 

The shadow of the trees

The shadow of the trees in the misty river
Dies away like smoke,
While on high, among the real branches,
The doves sing their plaint.

How much, O traveller, this wan landscape
Wanly reflected yourself,
And in the high foliage how sadly wept
Your drowned hopes.

 

Das Bild der Bäume

Im nebelblinden Fluß erstirbt das Bild der Bäume,
Rauchig aufgelöst wie Träume,
Indessen in der Luft, in dem wirklichen Laube,
Klagend ruft die Turteltaube.

Wie ward, o bleicher Mann, dies bleiche Dunstgefilde
Doch zu deinem Spiegelbilde!
Wie schmerzlich weinten vom Gezweig die Trauerlieder
Der ertrunkenen Hoffnung nieder!

 
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